Archiv für Januar, 2020

Ei…

Posted in Alltägliches, Das Boot on 5 Januar, 2020 by Gunnar

…guude!

Na! Wieder da? Supi, dann kann’s ja losgehen.

Heute ist Sonntag und an diesem Wochenende ist irre was passiert. Am Freitag, nach dem ich von der Arbeit kam – wir ziehen mit der Einrichtung gerade um, von Eckernförde nach Schleswig, da das Gebäude in dem wir arbeiten a) abgerissen und b) neu gebaut wird. Apropos Arbeit: Hab ja noch gar nicht erzählt, was da der derzeitige Stand ist. Vielleicht ist das mal das erste:

Also! Ich habe vor zweieinhalb Jahren meine Ausbildung (es ist die 3.! In Worten: die DRITTE) mit einem, für mich sehr beachtlichen, guten Ergebnis, erfolgreich abgeschlossen und darf mich jetzt staatlich geprüfter Ergotherapeut nennen. Yeah! Ich habe mich unmittelbar danach erstmal erholen müssen, denn nicht nur die Ausbildung selbst war sehr anstrengend, es gab viel sich in die Birne reinzuschaufeln, und ich bin ja auch keine 20 mehr, nein, auch einige andere Umstände waren ungeeignet, eine entspannte und rundum zufriedene Schulzeit, auf die ich mich doch soooo sehr gefreut hatte, zu erleben. Nach einiger Zeit, rief ein Freund von mir an und bot mir eine Stelle in der Schwestereinrichtung an. Zugegebenermaßen war ich auf anderes Klientel aus, denn ich sah mich eher in der Arbeitstherapie mit Menschen die unter psychischen Erkrankungen leiden. Suchtbereich war ein großer Wunsch, das wollte ich schon seit meinem Zivildienst machen. Ihr seht, JA, ich habe gedient, und zwar der Allgemeinheit, als Zivildienstleistender. Aber zurück zum Thema. Der Wunsch blieb unerfüllt. Die Stelle habe ich, ich geb es zu, eher widerwillig angenommen und arbeite jetzt mit einem Klientel, mit dem ich nie arbeiten wollte: mit Menschen die schwerst Mehrfachbehinderungen haben. Hui, so richtig in die Vollen. Und was soll ich sagen. Best Entscheidung ever! Ich will da gar nicht mehr weg. Tolle Menschen, in die man sich schon nach einer Woche verliebt, Tolles Team, Geringe Bezahlung. Finde die Unzulänglichkeit.

Soviel zum kleinen Exkurs. Ich kam jedenfalls nach Hause und war feddich. Total ausgelaugt. Am Ende. Umzüge, finde ich, sind immer die Hölle. Trotzdem konnte ich mich, nachdem ich kurz vor dem Einschlafen war, noch aufraffen, um eine Kleinigkeit an F90A302F-28D9-4172-A89A-5D884224C240meinem Kanu zu werkeln. Aus dieser Kleinigkeit wurde dann ein Kraftakt, der mich auf die Zielgerade einer  Bergetappe durch die Lindauniser Alpen führte und, plötzlich konnte ich nicht mehr anders, mich zu einem Endspurt bis tief in die Nacht motivierte. Ich schliff mir die Seele aus dem Leib, klebte mein Wohnzimmer ab und konnte danach die erste Lage Epoxydharz auf das Boot auftragen, damit sich das Holz schon mal damit tränkt und mir beim laminieren des Glasfasergewebes nicht das Harz wegsaugt. Plötzlich:

Farben! Die einzelnen, verschiedensten Hölzer erstrahlten in ihrem Glanz mit einer Tiefe und Intensität. Ich war überwältigt. Das musste gefeiert werden. Gesagt getan. Am D59CE8FC-4DDC-43D5-AF76-DA78BCB58325nächsten Tag konnte es nur einen Weg geben. Weitermachen. Nach dem Wachwerden direkt hoch, runter in das Werkstatt-Wohnzimmer-Konglomerat, Musik an, Mickeymäuse auf, Gasmaske an (Arbeitsschutz, gell), Exenterschleifer nebst Staubsauger angeschmissen, und los ging’s, nochmal drüberschleifen das Ding, denn es sollte ja noch das Glas drauf. Danach: Alles vorbereiten, Glas ausrollen, nochmal durchatmen, fix ne Mische gemacht und los.

Was soll ich sagen? Zu 98% ging alles glatt und nach ca. anderthalb Stunden war das Teil fertiglaminiert und das Gewebe war drauf. Toll. Entspannung und Freude auf allen Seiten. Man war zufrieden. Doch dann: Banges warten. Wann ist das Epoxy ausgehärtet? Muss ich bis morgen (also bis heute) warten? Ist es das schon gewesen? Bringe ich die  nötige Geduld auf? Fragen über Fragen, die sich auch nur auf eine Art beantworten ließen. Nämlich: Nix machen. Das tat ich dann auch. Bis….

…ja bis ich dann am Abend nochmal zum Objekt und drumrum tigerte und den Entschluss fasste: Ich geb ihm noch ne Stunde. In der Zeit hab ich schon mal aufgeräumt, C7DD75C1-229D-49F4-AD2F-A4092BF3708Eden Müll entsorgt, die ersten der Mall-Spannten von der Helling abgeschraubt, gelöst und entfernt. Und dann war es  so weit. Der Augenblick auf den ich monatelang gewartet habe. Das Boot wurde umgedreht. Wahnsinns Augenblick:

Endlich zeigt sich das Boot in seiner vollen Pracht. Tolle Linie, toller Decksprung, die negativen Steven sind so schön, Das Holz ist der Hammer und die Flammen, ja die Flammen haben auch innen super funktioniert, denn das konnte ich ganz schlecht beeinflussen. Alles hat geklappt und ich bin sehr zufrieden. der Rest des Abends bestand nunmehr nur noch aus 3053FC7F-8DE0-4B57-93BA-48872DA069D5Anglotzen des Machwerkes. Pils dabei und debiles Grinsen. Schöner hätte es nicht sein können. Alles Richtig gemacht.

Und Jetzt?

Heute wird nix mehr gemacht. Das war dann doch zu viel Aktion und Aufregung für das kleine Gunnarseelchen. Heute wird weiter angeglotzt und sich gefreut, vielleicht mach ich mir einen lecker Kartoffelsalat und ab morgen geht es dann weiter. Jetzt geht es darum, das Teil von innen Schick zu machen. Schleifen, Spachteln, Schleifen, Glas drauf, fertig. So Ist der grobe Plan. Viel Arbeit, aber ihr wisst ja, es gibt einen Satz, den man in jeder Lebenslage und zu jedem Thema sagen kann und der die Wahrheit und die Tragweite einer Situation kaum besser beschreibt:

„Auch das geht vorbei“

Mit diesem schlauen Satz entlasse ich euch wieder in eure, hoffentlich, Glückseligkeit und wünsche euch – stimmt, das hab ich ja noch gar nicht gemacht – eine tolles neues Jahr! Genießt eure Zeit und startet tolle Projekte. Geht gut mit euch um und tut euch selbst tolle Sachen an. Kauft keinen Scheiß und verschenkt für Euch unnützes. Lebt und freut euch! Und das wichtigste:    Bleibt bitte immer im Hier….

…und Jetzt!

 

 

Ach, und eins noch:   Ich freue mich immer über Kommentare zu den einzelnen Artikeln. Ihr könnt mir auch folgen, dann werdet ihr direkt benachrichtigt, wenn hier etwas neues veröffentlicht wurde. Also, legt los…