Eine Woche…

Posted in Allgemein on 1 März, 2021 by Gunnar

…Marie-Galante

Was war das schön! Dieses kleine Eiland, mitten im nichts. Naja, okay, sooo mitten im nichts ist das nu auch wieder nicht. Man kann andere Inseln sehen und genau genommen ist das ja eine ganze Inselkette. Schaut mal im Internet nach . Allerdings wenn man ein paar Tausend Seemeilen auf der Uhr hat und achtzehn Tage nur Wasser um sich herum hatte, kommt es einem schon so vor, wie in the middl of nix.

Erstmal reinspringen

Nach dem wir den Anker geworfen und das Schiff Habourfine gemacht hatten, war ein Sprung ins 27° „kalte“ Nass das Naheliegenste. So hat man dann auch die nächsten Tage geduscht. Mit nem Eimer kurz nass gemacht, einseifen, von Bord springen. Toll!

Exakt zwischen zwei Inseln. Da hat mal einer mitgedacht

Am ersten Abend hatte ich Ankerwache. War darüber noch so dolle begeistert, weil ich dachte das die Party jetzt, nach so langer Zeit auf See, ohne mich angehen würde. Doch nein, hatte ja gar nicht mit der Tragweite der Situation gerechnet. Ersten: ich war auch dafür zuständig den Shuttleservice für die ans-Land- und wieder-zurück-wollenden zu gewährleisten, was bedeutet den ganzen Abend Schlauchboot zu fahren. Zweitens: Ankerwache dauert von 08:00 bis 08:00, also 24h. Es war allerdings schon nach Mittag, und der halbe Tag vorbei. Drittens: an den darauf folgenden zwei Tagen hat man frei! Yeah. Nix arbeiten. Wie toll ist das denn? Viertens und das Beste und Wichtigste: weil jeder Party machen will und alle(!) an Land wollen, hat man das ganze Schiff für sich allein!!!! Nur der andere arme Wicht, der mit dir das Vergnügen hat und sich mit dir beim schlafen abwechselt und ein Offizier bleiben an Bord. Wat ne Ruhe. Kein Gewusel. Kein ständiges Gequatschte. Herrlich. Das tat so gut. Und hat Spaß gemacht. Plötzlich weiß man auch wie Land riecht.

Beste Strandbar der Welt

Nächsten Tag war ich dann dran. Wieder ein Vorteil: es wollte kaum einer mit. Fand ich super. Ich kann mir auch alleine Bier bestellen. Dieses Bier, was hier ausgeschenkt wir, ist übrigens ein sehr leckeres. Beim Flaschenbier hat es einen Tag länger gedauert unseren lokalen Favoriten herauszutrinken. Aber das Ergebnis war bei fast allen in der Besatzung das gleiche und man war sich schnell einig.

Besagte Strandbar morgens (links unter den Palmen)

Der nächste Tag fand dann erstmal nicht so richtig statt. Hab mich auch da weitgehend von aller Gesellschaft fern gehalten. Ich kämpfe ja immer noch an dieser Front, wisst ihr ja…

In den darauf folgenden Tagen haben wir dann auch angefangen den Rum zu laden. Dazu musste der Anker gehoben, was keine sehr lustige Angelegenheit ist, und das Schiff ca. 800m zu einem Strandabschnitt verholt werden, dem man im aller weitesten Sinne als Industriehafen bezeichnet werden kann. Da ist eine Pier, die, wenn ich das recht verstanden habe, zur Verladung von Zucker dient. Dort in der Nähe des Piers wird wieder geankert und jedes Fass Rum, einzeln, von einem von uns, schwimmend vor sich herschiebend, zum Schiff transportiert. Danach: Anker wieder hoch(schon mal erwähnt, dass das nicht witzig ist?) und zurück zu den Bereich wo die Yachten ankern und sich wieder da reingestellt. Dann wird weiter am Schiff gearbeitet.

Am Donnerstag bot sich für alle die Gelegenheit die Rumdestillerie zu besichtigen, deren Rum wir transportieren. Das durfte ich natürlich nicht verpassen. Diese liegt mitten auf der Insel, was die Möglichkeit bot, auch das mal zu sehen. Wo bin ich hier überhaupt? Schöne Landschaft.

Die Destille selbst hatte ich mir, weiß auch nicht warum ich da eine Brauereibesichtigung in Deutschland als Vergleich heranziehen wollte etwas anders vorgestellt. Ich würde sie, ohne es abfällig oder böse zu meinen, ganz im Gegenteil, eher in die Kategorie Industriedenkmal einordnen. Alles wahnsinnig interessant. Der Prozess vom Zuckerrohr zur leckeren Spirituose ist superspannend. Natürlich durften wir auch mal probieren. In allen Prozessstufen. Als der Chef uns dann einen, leider nicht mehr käuflich zu erwerbenden, 20 jährigen Oberklasserum darbot, war es um mich geschehen. Ich habe meinen derzeitigen Zenit beim Thema Rum erreicht. Was soll da noch groß kommen? Na mal sehen.

Danach ging es nach Grand-Bourg um dort sehr lecker, mit Strandblick, lokales zu essen. Schnell noch in den Supermarkt und schon war der Tag als herausragend zu klassifizieren. Alles richtig gemacht.

LUN II

An unserem Ankerplatz ankerte die ganze Zeit diese Schönheit von einem Schiff. Es ist die LUN II, die uns nach der Abfahrt von Santa-Cruz de Tenerife überholt hat. Witziger Weise ist sie nur zwei Stunden vor und angekommen. Ich meine es schon mal erwähnt zu haben, dass die Besatzung Freunde von unserem Koch Pedro sind. Wir haben uns auch schnell mit ihnen angefreundet. Man hat halt auch in den Bars die Abende miteinander verbracht. Es gab natürlich auch die Gelegenheit das Schiff zu besichtigen. Sehr urig. Man denkt man wäre in Hobbingen. Auf sowas stehe ich ja voll.

Holzofen

So vergingen die Tage. Viel Arbeit, viel Spaß. Viele nette Menschen kennengelernt. Gestern, an unserem letzten Tag, welchen ich auch frei hatte, habe ich nach einer langen Wanderung am Strand, ich musste mal n bissl nachdenken, ein französisches Paar kennengelernt. Beide Physiotherapeuten, worauf ich ihnen erzählte, dass ich Ergotherapeut sei. Das fanden sie super interessant und sie gaben mir deutlich zu verstehen, dass auf ihrer Karibikinsel Ergotherapeuten gesucht seien. Aha! Ich hab also noch mehr Möglichkeiten. Es wird immer spannender. Was kommt noch?

Hier kann man gut sein

Heute haben wir den Anker gelichtet und sind nach Guadeloupe gesegelt. Der erste Eindruck ist etwas enttäuschend. Zivilisation. Nah, zu nah, an uns vorbeifahrende, glotzende Motorbootfahrer. Jetskis, Flugzeuge, laute Partymucke aus Touristrandbars, Hotels, Licht, Drohnen die uns filmen, … …nicht mein Ding. Die beschauliche, Kraft spendende Ruhe von Marie-Galante ist vorbei. Schade. Mal sehen wie es morgen wird. Da ist wieder Montag und wie Steffan Stoppok schon sagte: „…so viel Glück am Montag morgen…

…da mach ich mir Sorgen…“

Bin dann…

Posted in Allgemein on 22 Februar, 2021 by Gunnar

…mal weg!

Dienstag 02.02.2021: Heute ging es endlich los. Nach einer kurzen Besprechung und den darauf folgenden Reinigungsverpflichtungen sind wir unter Fock und Schoonersegel ohne Maschine abgelegt. Langsam aus dem Hafen, raus auf das offene Meer. Dort haben wir, bis auf die Toppsegel, alles gesetzt was ging. Erster Tag auf See war dann natürlich voll spannend.

Zwischen meinen Füßen ist eine kleine Boje am Rettungsring angebracht: die zeigt genau auf den Teide

Entlang der Küste von Teneriffa, immer den Teide im Blick war dann erstmal, nach meiner ersten Wache Entspannung angesagt. Schön auf die Ladeluke gelegt und erstmal versucht, in der neuen Situation anzukommen. Es war toll. Der ganze Tag! Ich war genau dort, wo ich hingehörte. In meiner Mitte.

Mittwoch 03.02.2021: Zweiter Tag auf See. Die Nacht war sehr unruhig. Nachdem ich gestern meine zweite Wache absolviert hatte, was sehr ermüdend war, komplett im Dunkeln, bin ich direkt ins Bett. Das Wetter hat sich ein wenig geändert. Es wurde bedeckt. Ich dachte zuerst, dass sich auch der Wind verändert hätte, doch morgens, nach eine Nacht, die ich durchaus länger durchschlafen gewollt aber durch die situative Umstrukturierung, nicht konnte, wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund eines Funkrufes, der auf die Möglichkeit auf Flüchtlingsboote zu treffen hinwies, wir unseren Kurs verändert haben. Wir schauen uns natürlich, jetzt erst recht und vermehrt um, damit noch rechtzeitig durch uns geholfen werden kann. Während meiner Vormittagswache konnte man Suchflugzeuge sehen, die tief über die See flogen. Tja, und plötzlich ist es nicht mehr die Tagesschau, sondern mein Leben. Man wird direkt auf die ganze große Scheiße unserer dekadenten, ausbeuterischen, zerstörenden, … , Gesellschaft hingewiesen. Im Hafen von Santa-Cruz lagen zwei dieser Boote. Man konnte sehen, mit welchen unwürdigen und gefährlichen Mitteln, Menschen versuchen über das Meer zu kommen. Es ist deutlich zu sehen, wie hoch der Leidensdruck sein muss, sich mit solchen Nussschälchen in höchste Lebensgefahr zu bringen. Wir sind die Monster! Ich schäme mich.

Halbwind/Raumschot nach Westen.

Zu etwas entspannterem. Der Wind hat etwas zugenommen und wir kommen gut voran. Derzeit geht es geradewegs nach Westen. Heute standen noch ein paar Trainingseinheiten aufm Zettel wie Halsen-üben und das Notruder-Prozedere, sowie ein paar kleinere Segelmanöver.

Jeden Tag die gleiche Scheiße

Gleich beginnt meine Nachtwache. Mal sehen wie es wird. Wir sind schon gut im Atlantikschwell. Sowas hab ich vorher auch noch nicht gesehen. Beeindruckend. Gleich sieht man außer dem Kompass gar nix mehr….

Donnerstag, 04.02.2021: Es ist kurz nach Mittag. Pedro hat mal wieder ein superleckeres Essen gezaubert und ich liege jetzt in meiner Koje und freue mich der Dinge, die sind. Unsere Vormittagswache war klasse. Hat Turbo Spaß gemacht. Der Wind hat aufgefrischt auf 20-24Knoten. Das Schiff rauscht durch die Wellen, und wir haben so viel Krängung, dass schon Wasser durch die Speigatten auf der Leeseite kommt und die Baumnock des Großsegels anfängt hin und wieder die Wellen zu berühren.

Super! Sowas mag ich ja. Am Ruder muss man sich heftig konzentrieren, weil man jetzt weniger nach dem Kompass fährt, sonder nach der Flagge oben im Mast. Bei Böen wird das Schiff Luvgieriger, was bedeutet, dass es mehr dazu tendiert, selbst in die Richtung zu steuern, aus der der Wind weht. Da muss man dann mit Gefühl gegenansteuern. Mein bestes waren heute 9.2Knoten. Das beste meiner gesamten Wache, und damit das schnellste der bisherigen Reise, 10.2kn. Mal sehen was die andere noch so machen. Ich schlaf jetzt erstmal ne Runde…

Kann auch große Sachen steuern…

Freitag, 05.02.2021: Gestern hatte ich mich etwas verdreht oder mich doof irgendwo beim Festhalten oder Auffangen verzogen. Hatte Schmerzen im Nacken, zuerst in der linken Schulter, dann in beiden. Die Schmerzen wurden später so stark, dass ich meine Wache vorher abrechen musste, da ich nicht mehr richtig sitzen oder stehen konnte. Der Atlantik schüttelt schon ein wenig durch. Man muss sehr auf sich aufpassen. Einige stürzen auch und liegen dann, wir haben einen Fall, auch erstmal flach und fallen aus.

Sonnenaufgang kurz vor meiner Wache

Am Morgen waren die Schmerzen in der rechten Schulter soweit verschwunden. Trotzdem habe ich noch Probleme mit dem Nacken und der anderen Seite.

Wir haben heute morgen die halbe Wache damit verbracht das Großsegel zu reffen. Zu viel Druck auf dem Segel. Super spannend. Ich war leider nicht so einsatzfähig, wie ich mir das gewünscht hab. Naja, meine Zeit kommt wieder. Ich muss und will noch viel lernen. Alles ist noch sehr unübersichtlich für mich. Angeblich kommt das noch. Ich denke auch, denn wenn ich diese ganze Sache hier sehe, und mich, hoffentlich richtig, dahingehend reflektiere, stellt sich unter anderem eine wichtige und sehr tiefgehende Frage: wie soll ich jetzt wieder in einen normalen Job zurück? Ich bin sehr froh bis zum Ende der Reise hier mitzufahren. Doch wird das dann genug sein? Hat mich die See und das Schiff gefangen? Bin ich jetzt endgültig versaut? Oder endlich normal!?

Hab mich nochmal hingelegt um meine Unzulänglichkeiten zu schonen. In der Koje, und da habe ich etwas Glück und war n bissl plietsch bei der Auswahl, denn ich habe mir eine Koje auf der Backbordseite ausgesucht und durch das Wettersystem der Nordhalbkugel und unserem Kurs, fahren wir bis Marie-Galante Backbordbug. Das heißt, dass ich in die Koje hineinrolle und nicht heraus, da das Schiff nach Backbord krängt. Verstanden? Sonst nochmal googlen. Heißt für mich, das ich in der Koje nicht auch noch Ausgleichsbewegungen machen muss und ganz entspannt sein kann. Hoffe das hilft schnell. Klar, würde lieber oben an Deck sein, aufs Wasser glotzen, Sport machen, oder schauen was die anderen Wachen so treiben. Aber irgendwas ist ja immer…

Ach ja und: schon wieder Delfine.

Jeden Tag, mehrmals. Sind das die selben, die uns begleiten?

Apropos Koje. Ich schlafe hier übrigens saugut. Das ständige Geschaukel und die Tatsache, dass der Körper durch ständige Ausgleichsbewegungen immer in Bewegung ist, die Luft, und die zu verarbeitenden Reize, sorgen dafür, dass ich tief und fest, wie ein Stein schlafe. So gut wie seit sehr langer Zeit nicht. Und die Träume! So abgefahren und intensiv. Darüber zu berichten, würde Bücher füllen und Therapeutengenerationen zu Reichtum verhelfen…

Tradition und Aberglaube: eine schlimme Meinung und widerlegte Tatsache, Frauen an Bord bringen Unglück, ist natürlich und zum Glück übler und sexistischer Schwachsinn. Beim Pfeifen an Deck wäre ich trotzdem vorsichtig und ist natürlich zu unterlassen! Erklärung?

Nei g‘schifft

Samstag, 06.02.2021: Gestern, bei unserer Nachtwache (Nightshift, für alle die mit dem Untertitel des letzten Bildes nix anfangen konnten/oder nightwatch) haben wir, denn alle zwei Stunden sammeln wir ein paar Wetterdaten, eine Wassertemperatur von 20,5grad gemessen. Es wird wärmer. Mein schnellstes waren etwas über 9kn. Wäre schön, wenn das so weitergehen würde, denn dann bestünde die Möglichkeit den Avontuur-Rekord zu brechen. Das wäre natürlich fantastisch, auch wenn ich nicht so ein Wettbewerbstyp bin. Für mich ist es eher so, dass ich lieber jetzt schnell sein würde, gerade aus der Tatsache heraus, dass wir auf Teneriffa so viel Zeit verplämpern mussten, um dann in der Karibik so viel Zeit wie möglich zu haben. Wir werden schauen. Apropos schauen: schaut ma hier. Der ist von heute morgen.

Und der hier ist auch von heute morgen. Pedro unser Koch hat mich mal aus verschiedenen Winkeln abgelichtet. Ich zeig euch einfach mal irgend eines.

Obwohl, so eines hattet ihr ja schon. Ich mach ma eines aus nem anderen Winkel.

Und noch mal apropos. Nämlich apropos Winkel. Kennt ihr diese Dinger, die bei alten Seglern und Traditionsschiffen oft um die Stage und um anderes stehende Gut gewickelt sind. Im deutschen heißen die, glaube ich „Tausendfüßler“. Im englischen „baggy wrinkles“. Irgendwer muss sowas ja machen. Und nu ratet mal, wer diese stumpfe, meditative Arbeit toll findet. Ganz genau, der hier:

Überlege schon wie man das ganze in die Ergotherapie einbindet. Hab schon n paar Pläne. Perfekte Beschäftigung. Und wenn ich sehe, dass mir, wenn ich wieder da bin, irgend eine Schleswiger Werkstatt die Idee geklaut hat, denn sowas soll ja nicht nur einmal vorgekommen sein, werd ich richtig sauer. Meine Idee, dass das klar ist. Ja, ich meine genau sie Herr … (Name bitte hier selbst einsetzten)

Jeden Tag anders toll

Die Nachtwache war heute echt herausfordernd. Wechselnde, nachlassende Winde. Nix angenehmes. Das Schiff macht dann auch gefühlt was es will. Da fährt man lieber bei etwas kräftigerem Wind, und kann so „entspannt“ durch die Nacht heizen. Ist zwar auch mental anstrengend, da man permanent mit der Birne dabei sein muss, trotzdem fährt/steuert es sich besser. Da habe ich noch Nachholbedarf und brauche mehr Erfahrung. Gute Nacht….

Sonntag, 07.02.2021: Seltsamer Tag. Heute Morgen stand im Raum zu Halsen. Wir kommen langsam wieder zu sehr nördlich. Das Thema ist schon seit ein paar Tagen dran. Witzig sind dann auch die Gesprächsfetzen, die man so mitbekommt. (Paraphrasiert!) Kapitän: wir sollten bald Halsen… Person B: …okay, wann denn? Kapitän: …Dienstag…. Tja, ist halt kein Jollensegln hier. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Derzeit hab ich auch wieder Probleme beim Rudergehen. Irgendwie haben wir leicht wechselnde Winde. Das nervt mich tierisch, denn das Schiff reagiert nicht so schnell. Bin da anderes gewohnt. Drehste am Ruder, passiert was. Hier erstmal nicht. Man kann auch nicht, wie bei ner Pinne, das Schiff spürten. Das ist sehr irritierend. Letzten Endes haben wir das Schooner-Toppsegel gesetzt. Bin nachher mal gespannt wie sich das fährt.

Oben

Ist vielleicht nicht das beste Bild. Hab noch eines von der anderen Seite. Es geht um das Segel über dem Schoonersegel. Also um das kleinere dreieckige über dem großen viereckigen.

Übrigens war heute, wie wohl an jeden Sonntag, Captains Recaption. Da gibt der Kapitänen leckeren Rum aus. Anschließend noch ne kleine Reflexion der vergangen Woche. Angeblich machen wir uns ganz gut. Ich hab da bei mir Zweifel. Aber die hab ich ja immer. Und mein Anspruch an mich selbst ist natürlich nah an der Grenze zum Blödsinn. Wer mich kennt weiß das. Egal. Hab’s übrigens aufgegeben Sonnenauf- und Sonnenuntergänge zu fotografieren.

Montag, 08.07.2021: Heute bin ich seit einem Monat auf der Reise. Sehr gutes Gefühl. Es drängt nix. Keine Nachrichten. Es geht einfach stetig weiter. Soooo super. Hin und wieder keimt kurz der Gedanke auf, warum das nicht schon früher passiert ist. Sowas kann dann ganz schnell mit positiver Energie und innerer Zufriedenheit beantwortet werden: alles hat mich auf das hier vorbereitet und ich bin nur der, der ich jetzt bin, weil ich der war, der ich war. Und hier destilliert sich eine entspannte Mitte heraus, der ich zutraue, als neuer Startpunkt zu dienen, die Welt und mich mit anderen Augen und anderer Haltung wahrzunehmen. Diese Mitte befähigt mich hoffentlich, mich treiben zu lassen. Neue Wege beschreiten zu können. Das ist doch was, oder?

Ich hab doch noch einen fotografiert

Wir sind im Passat angekommen. Der Schwell ist etwas entspannter, angenehme, stetige Briese, Wassertemperatur 2, Sonne, kleine Wölkchen, herrlich. Die Vormittagswache war sehr locker, mit ein bissl Mucke(heute „Moving Oos“, passt super zur derzeitigen Stimmung), kleineren Bootsbauarbeiten am Schiff(Gewindeschneiden hab ich seit 25 Jahren nicht mehr gemacht), weiter an den „Tausendfüßlern“ gestrickt, und ganz fix war auch schon wieder Middach. Herausragendstes Ereignis außer der Dusche mit Seewasser: mein erster fliegender Fisch. Abgefahren! Trotz der landschaftlichen „Eintönigkeit“, welche mit Nichten eine ist(!), passieren hier aufregende Dinge und es sind aufregende Dinge zu sehen. Und wenn es nur aufs Meer glotzen ist. Ach und eines ist auch super: die Meisten haben endlich herausgefunden, dass man bei nem Sonnenuntergang auch mal die Fresse halten kann. Kleine Dinge, große Wirkung!

Dienstag, 09.02.2021: Gestern haben wir noch gehalst. Dazu Toppsegel runter. Ich war da leider nicht dabei, denn ich hab geschlafen. Keiner hat mich geweckt, es war aber auch nicht „All Hands…“, von daher okay. Hätte trotzdem gerne mitgemacht, allein schon der Übung und des Verständnisses halber. Naja, es wird noch Gelegenheit geben. Das hatte natürlich zur Folge, dass das Toppsegel heute wieder rauf sollte. Das hat unsere Wache, mit Hilfe der vorherigen Wache gemacht. Anscheinend werden wir immer eingespielter. Wenn man gesagt bekommt, was man zu tun hat, weiß man schon wo man hinmuss und was dort zu tun ist, wenn man dann das Kommando dazu bekommt. Es stellt sich ein Ausschnitt ein, den ich als Teil des Überblicks verstehe. Das freut.

Hab ich eigentlich schon mal einen Sonnenaufgang fotografiert?

Grad war Mittag. Es gab Couscous. Mit Nüssen. Also Nußcous. Knallerwitz, gell. Egal. Jetzt mach ich erstmal ne Mittagsstunde(im Norden auch gern mal Bauernkoma genannt) und danach leg ich mich in die Sonne. Vielleicht noch n bissl Sport. Heute Nachmittag um 17:00 Seminar. Darf ich nicht verpassen, denn es geht um Navigation. Das interessiert mich brennend.

Hab mal den restaurierten Block in Aktion fotografiert. Ich finde er sieht toll aus. Ich meine(und da bin ich mir zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht so sicher) es geht um die Reffleine(?). Schau nachher nochmal genauer nach.

Hab gleich Wache. Heutiger Soundtrack: Justin Sullivan – Navigation by the Stars. Passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ach und, zur Abwechslung mal einen Sonnenuntergan? Nagut, hier!

Mittwoch, 10.02.2021: Super Wache heute morgen. Mehr kann man gar nicht sagen. Hab lange am Ruder gestanden, sehr entspannt, hab weiter Tausendfüßler gemacht, hab mir schön die Sonne auf den Pelz brennen lassen und habe den fliegenden Fischen hinterher geschaut. Übrigens, drei von denen sind heute Nacht auf unserem Schiff gelandet. Die liegen jetzt im Eisschrank. Pedro, unser Koch versucht ja schon seit der Abfahrt was zu angeln. Tja, Avontuur: 3 – Pedro: 0. Schade. Ich hab auch Schuppen an der Außenseite des Schiffes gefunden. Anscheinend sind noch mehr der Fische suicidal.

Donnerstag, 11.02.2021: Heute ist Altweiberfastnacht. Witzig, das ich das von selbst merke. Hier wird wohl eher nicht gefeiert. Wat n Glück

Dem Kollegen ist wohl auch nicht mehr nach feiern zu mute…

Tja, schon wieder drei fliegende Fische aufm Deck, heute morgen. Ich würde das gerne mal filmen, dummerweise sagen die Fische nicht wann in wo sie aus dem Wasser schießen. Die legen richtig Strecke zurück. Abgefahren, das zu beobachten.

Gestern ist uns am Schoonermast die Steuerbordsaling gebrochen. Deshalb musste fix das Toppsegel runter. Mir fiel dann die Aufgaben zu, eine Schiene zu bauen, um das Ding -klar- zu schienen. Das war natürlich wieder mal etwas tricky, denn auch da oben ist nix grade und ne Menge Zeug im Weg. Außerdem, fange ich nicht an bei diesem Schwell mit ner Handkreischsäge rumzufummeln. Die Stichsäge war gänzlich ungeeignet. Also alles mit der Hand.

Safety zuerst, alles festbinden!

Hat dann auch den ganzen (arbeits)Tag gedauert, was mich von der Nachtwache heute befreit. Endlich mal früh ins Bett. Das rausarbeiten der Form war natürlich ne riesen Sauerei, die man sonst niemals auf dem Schiff gemacht hätte. Doch in Ermangelung geeigneter Werkstätten, oder überhaupt – Land – machse sowas dann halt an Bord. War wichtig, musste auch schnell gehen. Gut.

Huch, das aber weit weg. Ich zoom mal ein bissl näher ran, Moment….

Da ich immernoch an Höhenangst leide und ich auch, sehr leider, noch nicht dazu kam, das aus der „kann-ich-nicht-Schublade“ auszulagern, haben diese beiden die Installation übernommen. Links die Bootsmann (Bootsfrau(?), englisch Bosun) Xiane (man spricht Cristian, ist wie X-mas als Kurzform für Weihnachten) und Deckshand Joni.

Tja, und was soll ich sagen: Sitzt wie ne Eins direkt beim ersten Versuch. Was jetzt aussieht wie ein einfacher Balken hat natürlich noch eine Aussparung für den Mast, musste genau zwischen die beiden Antennen(Pilze) passen und die Unterseite ist natürlich nach innen gewölbt, was ich dann doch mit der Flex gemacht hab (was wirklich auch nicht so ganz ohne war bei dem Seegang) (das Schiff sah dann richtig aus wie Schwein), da die Saling nicht eckig ist, sondern an der Oberseite gerundet. Alle sind happy, und ich hab von mehreren Seiten gesagt bekommen, dass die Professionellen sehr froh sind einen Bootsbauer an Bord zu haben. Na, dann bin ich auch froh…..

Freitag, 12.02.2021: Da in der Nacht der Wind etwas nach Nordosten gedreht hat und wir deshalb immer mehr Höhe zu unserem Ziel verloren haben, stand heute morgen Halsen auf der Agenda. Wir kreuzen ja vor dem Wind, um eine Patenthalse(ungewolltes Halsen, nicht lustig) zu verhindern. Der derzeitige Kurs bringt uns, natürlich nur, wenn nichts dazwischen kommt, genau nach Marie-Galante. Der Wind hat auch zugenommen, was uns wieder mit komfortablen 8-9Knoten durch den Atlantik schiebt. Ich weiß, „zieht“ wäre in diesem Fall das bessere Wort. Erklärte ich vielleicht später. Der Schwell hat auch wieder zugenommen.

Fregattvogel (? Meine Mutter wüsste das) So weit draußen. Sehr beeindruckend

Ein paar kurze Worte zur Terminologie: Halsen bedeutet, dass das Heck(hinterer Teil des Schiffes) durch den Wind geht. Dabei bekommen die Segel direkt den Wind, also Druck auf die andere Seite und schlagen dann von der, im heutigen Falle, Steuerbordseite(in Fahrtrichtung rechts(man achte auf das gemeinsame „r„ ins Steue“r“b… und „r“echtes)), auf die Backbordseite(in Fahrtrichtung links) um. Im Gegensatz dazu ist die Wende, bei der der Bug(vorn) durch den Wind geht, etwas, jedenfalls für mich, weniger aufregend, da die Segel dabei auch den Wind von vorn bekommen und sie frei Flattern können, bis man seinen neuen Kurs aufnehmen kann. Soweit verstanden? Super!

Die Schiene, welche die Saling stützt hält übrigens super. Alle sind zufrieden. Toll! Auf englisch heist die Saling übrigens Spreader. Jetzt hat das Ding von uns vorhin seinen Namen gekriegt: Frankenspread

Samstag, 13.02.2021: Was wie ein ereignisloser Tag zu beginnen schien, seltsamer Weise ist immer irgendwas und irgendwie komm ich zu nix, obwohl ich mir doch so viel Hausaufgaben und Spielzeug mitgenommen habe, entwickelte sich sehr schnell zum Supersamstag. Nach unserer morgendlichen 08:00-12:00 Wache, hatte ich ne kleine Pause. Danach ging es direkt mit ner Feuerübung weiter. So richtig mit allem drum und dran, Schläuche, Feuerwehrmann, Zeit stoppen, bis Wasser aus den Spritzen kam. Danach eine erneute und erweiterte Einweisung in die Rettungsmittel und Erläuterungen zu Person-over-Bord-Szenario. Irre informativ. Danach wieder ne kurze Pause. Nach dieser, ein superinteressanter Vortrag unseres Kapitäns über das Thema „Navigation by the Stars“ (witzig, vor paar Tach noch die Scheibe gehört), op englisch, of corse…

Mit Volleyball und Kreidetafel.

Für mich, als Jung vom Land, und bekannt als Fremdsprachenlegastheniker, war es sehr anstrengend den Faden nicht zu verlieren. Ging aber. Glaub ich hab’s soweit verstanden. Na, wat n Glück…

Gleich Nachtwache. Draußen ists warm, zieht sich aber zu. Ich glaube Ölzeug ist mal wieder angesagt. Hoffentlich kein Stress heut Nacht…

So! Denkste echt, das wäre es? Nö! Super entspannte Wache gehabt. Die Karre fuhr sich locker und bei 7,5kn Kerzengerade geradeaus. bei 7,7-7,8 wollte sie etwas anluven(also in Richtung Wind), was man durch leichtes gegensteuern verhindern konnte. Schöner kann Nachfahrt nicht sein, oder? Doch kann es! Wenn man sowas geboten bekommt. Ihr habt alle Internet/Fernsehen/Nachrichten. Ihr wisst sicher was das war, wir nicht. Also ich schon, lest es unten….

Meteor? Satellit?

Das zog sich über mindestens eine Minute über den Nachthimmel. Ich konnte sogar noch Leute aus der Galley holen, mein Telefon nehmen und filmen. Krasses Ereignis! Alle waren paralysiert und staunten. Mein erster Gedanke: der Messias ist endlich da! Mein letzter Gedanke zu dem Thema: Gott hat seinen Joint ins Meer geworfen. Hoffentlich bläst er den restlichen Rauch zu uns…

Sonntag, 14.02.2021: Guten Tag! Na, seid ihr noch da? Super! Heute Morgen hatte ich ne Kackwache. Alles ging schief. Außerdem bin ich gerade schwer mit mir am hadern. Es gibt hier einen Mitsegler‘innen, der/die mir heftig auf den Sender gehen. Ich versuche schon herauszufinden was ich in mir verändern kann, denn irgendwas wird bei mir heftig getriggert und ich halte mich für so selbstreflektiert, dass ich nicht die negative Energie, die ich leider dann deutlich spüre am Gegenüber auslasse. Ich frage mich wo die Störungspunkte in mir sind. Zum Glück habe ich hier Menschen, die das sehen, verstehen und mit denen man gut und auch gegenseitig Psychohygiene betreiben kann. Und das alles am Heiligen Sonntag. Wollte heute eigentlich fröhlich sein und in Ruhe gelassen werden. Tja.

Heute gab es mal wieder lecker lecker Essen. Danach blöderweise keine Pause, sondern große Action. Großsegel reffen. Also wieder kräftig an den Seilchen ziehen. Jetzt ist mir erstmal n bissl schlecht.

Wo mir auch schlecht wird: wir sind ja hier auf einer Reise über dem Atlantik, die einem bestimmten Zweck dient. Klimaneutrales Frachtsegeln. Was wie eine Spielerei aussieht ist leider auch bitterer Ernst. Auch wenn man es nicht gerne hört und nicht mehr sehen kann. Der Welt geht es nicht gut. Wann wachen wir auf? Man denkt, hier auf dem Atlantik ist alles weit weg. Doch man staune, hier kann man deutlich sehen, was schief läuft. Algen! Seit anderthalb Wochen. Jeden Tag. Überdüngung der Meere. Ätzend! Magst du, liebe Leserin, lieber Leser bitte mit Verantwortung übernehmen und helfen, besser auf diese Welt zu achten! Bitte ändere auch du dein Konsumverhalten, den Umgang mit der Umwelt und unterstütze Projekte in deiner Nähe um Nachhaltigkeit und ein freundliches, faires, und gleichberechtigtes Miteinander zu etablieren! Denn das hier wird noch schlimmer:

Weit weg von allem, doch die Auswirkungen der Umweltzerstörung sind schon hier.

Ich muss leider so deutlich sein. Mit Nichten seht ihr einen erhobenen Zeigefinger. Ich bitte euch nur.

Zu etwas fröhlicherem: Heute ist wieder Sonntag. Die Woche ging so schnell rum. Es war wieder Captains Recaption und dies mal gab es leckeren Wein.

Dazu leckeres zum Essen. Uns geht’s schon gut.

Hier mal ein Bild von der ganzen Bagage. Witzig, dass man das so fotografieren kann.

Montag, 15.02.2021: Ereignisloser Tag. Das Wetter ist schön. Das Essen schmeckt. Die anderen Kinder sind nett. Und die (extrem wenigen) Blödmänner‘innen versuche ich zu meiden. Langsam hab ich das Gefühl die machen das genauso: den Blödmann meiden. Somit win-win-win-Situation geschaffen. Herrlich.

Huch, doch was: Maschinen-wörkschop. Einmal durch den Maschinenraum und Funktion und Aufbau verschiedener Aggregate erklärt bekommen. Endlich Durchblick. Yeah!

Schlechtes Bild, ich weiß. Ging nicht anders, da kleiner Raum

Okay, einen noch. Das ist aber dann wirklich der letzte. Ich möchte euch nicht langweilen.

Ja, ja, ich sehe es ein. Irgendwie fehlt da der gesunde Ausgleich. Ich hab da mal was. Der Mond hat in den letzten Tagen durch Abwesenheit geglänzt. Die Sichel ist hier übrigens, im Gegensatz zu unseren Breitengraden unten. Kann man hier schlecht sehen. Bin froh überhaupt ein Foto gemacht haben zu können (hä? Wat’n Satz? Gunnar? Noch wach?)

Dienstag, 16.02.2021: Heute sind wir zwei Wochen auf See. Kommt einem gar nicht so vor. Die Tage haben Struktur, sind sich allerdings sehr ähnlich und scheinen deshalb ineinander zu fließen. Einerseits freue ich mich auf Marie-Galante anzukommen, einfach nur der Neugier halber und des Gefühls es geschafft zu haben, andererseits wäre es auch völlig in Ordnung für mich, noch ein paar Tage weiter zu segeln. Wenn alles so weiterläuft, ist unser Ankunftstag Samstag, der 20.02. also noch 4 Tage. Es ist nicht langweilig. Auch wenn ich derzeit wenig tue, denn ich lege mich nach dem Mittag nochmal für ein paar Stunden hin, weil ich merke, dass mein Körper das braucht (ich verbrauche hier anscheinend viel Energie), habe ich nicht das Gefühl unausgelastet zu sein. Klar, hab ich ein Haufen zu lesen mit und die Gitarre und hab mir selbst Hausaufgaben gestellt, und …, und ich mache davon sehr wenig(leider?), trotzdem wird mir nicht langweilig. Man kann stundenlang auf‘s Meer glotzen. Es gibt auch viel nachzudenken. Meine Gedanken kreisen schon um das danach. Ich weiß, voll der Schwachsinn, irgendwie hab ich allerdings trotzdem Bock, mir Sachen auszudenken und diese auch mal durchzufühlen. Wie fühlt sich das an, wenn…. …dies oder jenes. Zu dem bin ich natürlich „gezwungen“ meine sozialen Kompetenzen zu überarbeiten. Ich bin hier Teil eines lebendigen Organismus. Es ist wenig Raum für Kasperletheater und damit meine ich nicht Humor (nebenbei bemerkt, ist es hier sehr witzig). Wo finde ich da die Mitte? Meine eigene ruht schon in mir. Seit Abfahrt. Doch manches sägt halt doch an meiner Balance. Lass ich es zu? Warte ich ab? Sitze ich es aus? Es gibt viele Möglichkeiten damit umzugehen. Und seien wir doch mal ehrlich. Das Reisen, die lange Fahrt über das Meer, das Segeln selbst, etc waren doch schon vorher kein Grund zur Besorgnis. Es war klar, dass das wohl mein Ding sein wird und jetzt mein Ding ist. Ne, an der sozialen Front werde ich kämpfen müssen und ich sag euch was: ich werde auch das gewinnen. Ich muss Mal aufstehen, gleich ist Wache…

…na, so geht das. Hab da mal was geklärt. Bin heute morgen mal wieder leicht mit jemanden aneinander geraten. Er hat wohl gemerkt das mir da was nicht gefallen hat und das da mal wieder eine Grenze überschritten wurde. Wir haben da mal ein Gespräch führen müssen. Super gelaufen. Hab mich sogar bedankt, dass ich so heftig getriggert werde und auch an mir arbeiten darf. Und der Kollege gab mir zu verstehen ab jetzt bitte auf seine blinden Flecken hingewiesen zu werden. Na sehen sie, Herr Ullrich, war doch gar nicht so schlimm. Ja, ja und ich weiß auch selbst, dass ich oft nur zu faul bin meine Problemlösungsstrategien auszupacken. Tja! Hat die Ergotherapeutenausbildung wieder was gebracht. Bin voll stolz auf mich. Hab mir bei der Gelegenheit direkt die andere Person gekrallt, und da auch nochmal eine Reinigung eingeleitet. Soviel Glück am Dienstag morgen, …da mach ich mir Sorgen.

Nebenbei nach Mittag beim lernen den Rücken verbrutzelt. Angenehmes Jucken.

Lernen? Jo! Da mein teuer erworbener Englischkurs fürs Mobiltelefon offline nicht funktioniert, worüber ich echten Groll empfinden könnte, habe ich angefangen ein Buch, was ich (Achtung, jetzt kommt’s) schon auf deutsch, als analoges Buch, gelesen hatte, aber es noch davor, weil ich es nicht so schnell bekommen konnte, als digitales Buch im englischen Original gekauft hatte, zu lesen. Passt auch sehr zum Thema: „First you have to row a little boat“(Deutscher Titel: nimm zuerst ein kleines Boot). Ein Mann beschreibt seinen Einstieg als Junge, und das Erweitern der Erfahrung in das Segeln, als Adaption für andere Aspekte des Lebens und den möglichen Umgang mit Situationen in anderen Bereichen. Klasse Buch. Passt.

Mittwoch, 17.02.2021: Sonne knallt! Ohne Sonnenschutz ist hier nix zu machen. Hab ja erzählt, dass ich mir gestern leicht den Rücken verbrannt hab. Heute war meine Aufgabe die Steuerbord-Nagelbank vorn, das ist ein langes Brett, in dem sogenannte Belegnägel (Runde Stäbe, wie man sie aus Piratenfilmen kennt) stecken, um dort Falle(zieht man Segel mit hoch) oder Schoten(trimmt man Segel, je nach Wind) zu belegen, also „anzubinden“(man verzeihe mir dieses Wort), auf der Rückseite abzurunden. Das Warum zu erläutern würde hier zu lange dauern. Hab dafür dreieinhalb Stunden gebraucht. Fast alles im Liegen, mit verbrannten Rücken auf dem Deck, welches zur Sicherheit mit Farbe lackiert ist, in die Sand hinein gemischt wurde. Da bekommt der Ausdruck „außerhalb der Komfortzone“ doch gleich eine ganz andere Bedeutung. Natürlich in praller Sonne. Außerdem sind für diese Arbeit meine Arme 2cm zu kurz. Egal. Ergebnis ist trotzdem super.

Hab heute Nacht wieder superabgefahrenes Zeugs geträumt. Krasser Action-Comic. Wollte schon Skizzen machen, doch ich musste zur Wache. Jetzt ist nur noch ein Gefühl davon da und spärliche Fragmente. Hab mich schon reich und berühmt gewähnt. Mist.

Hatte mich nach der Wache auf eine Eimerdusche gefreut. Der Atlantik hat hier angenehme 26°. Doch leider wird die Nagelbank von anderen jetzt noch abgezogen. Das hat zur Folge, dass der Eimer da nicht mehr festgebunden ist, den wir fürs Seewasser schöpfen benutzen. Auf Backbord ist auch ein Eimer festgebändselt. Doof nur, dass das derzeit die Leeseite (windabgekehrt) ist und dort die Schoten für alle Vorsegel belegt sind. Diese schlagen ziemlich, so das es sehr gefährlich ist, weil man sich schnell darin verfängt. Hatte schonmal das Vergnügen. Nicht lustig. Duschen also erst heute Abend. Nagut, dann erstma ne Mittagsstunde. Das Schiff schaukelt einen schnell ins Schlummerland…

Donnerstag, 18.02.2021: Der Tag war, bis auf den Nautik-Kurs, in dem es um den Sextanten ging, vergleichsweise unspektakulär. Uns hat ein Frachter erst überholt, und dann voraus unseren Kurs gekreuzt. Irgendwie ein seltsames Gefühl wieder etwas von der Zivilisation mitzubekommen. Ich war da noch gar nicht richtig vorbereitet. So plötzlich. Übermorgen war doch der Tag. Ich überleg da nochmal drauf rum.

Freitag, 19.02.2021: Letzter Tag auf See? Ich weiß es noch nicht. Bin gerade aufgewacht, eine Stunde früher als ich muss. Heute Nacht wurde wieder die Zeit umgestellt. Das hat sicher damit was zu tun. Ich glaube wir sind etwas zu schnell. Errechnet würden wir heute Nacht ankommen. Da wir das allerdings nicht wollen, wegen Ankern, Segel bergen, etc, alles im Dunkeln, ist die Ankunft für morgen früh geplant. Heißt das, dass wir heute schon Land sehen? Ich hoffe. Es heißt auf jeden Fall, dass heute noch gehalst wird und, so wie ich das mitbekommen habe, das Schoonersegel geborgen wird, damit wir langsamer werden. Heißt also auch, jede Menge Arbeit. Ich bin gespannt.

So! Jetzt ist es kurz nach Middach. Wie vermutet haben wir heute morgen gehalst und im Anschluss den Jager, den Innenklüver und das Schoonersegel weggenommen. Danach war ich am Ruder und was soll ich euch sagen, immer noch etwas zu schnell und um das Gefühl des steuerns zu beschreiben: auf der nach unten offenen Skala zwischen unspektakulär und langweilig, würde ich eine 3,5 vergeben. Aber! Seit kurz vor Mittag bringt mir Xiane das Spleißen bei. Und das ist richtig mein DdimeinDing .Ding.

Gleich ist nochmal Nachtwache. Es hat aufgefrischt und wir haben nochmal Gas gegeben. Wollten wir das? Ne, mal im Ernst. Der Wind hatte zwischenzeitlich nochmal ordentlich zugelegt. Die Karibik zeigt wohl mal kurz, dass sie auch anders kann. Wir haben grad noch den Außenklüver weggenommen. Bin gleich mal gespannt. Land ist jedenfalls nicht zu sehen. Und jetzt ist es auch dunkel.

Ja, Land war nicht zu sehen. Uns hat die Karibik auch sehr komische Aufgaben gestellt. Von rumdümpeln bei 4-5 Knoten, so gut wie Windstille, um dann mich heftigen Wind und heftigen Regen aus dem Loch gerissen zu werden. 8 Knoten auf der Uhr. Dan wieder, nach 20min alles normal und 5kn. Sehr abgefahren. Der Regen sah aus wie im Film. Dachte immer sowas gibt es so gar nich. Doch, gibt es. Ich hab‘s gesehen. Und was wir dann auch sehen konnten war zwar kein Land aber das erste Leuchtfeuer von Guadeloupe. Yeah, wir sind fast da! Morgen früh…

Samstag, 20.02.2021: yeah! Angekommen. Ankern in einer schönen Bucht und Kopp über rein ins 26° warme Wasser. Mehr schreib ich nicht. Hab zu tun, den Artikel fertig zu machen! Grüße von Marie-Galante!!!

Schaut mal…

Posted in Besonderes on 1 Februar, 2021 by Gunnar

…was endlich da ist!

Nach, meiner Meinung nach, zu vielen Hin-Und-Hers, Suche von und aus verschiedenen Richtungen, Telefonaten, E-Mailgeschreibe, Warten, langem Hoffen, haben sich heute morgen diese beiden Dinger angefunden.

Die Rettungsinseln!

Is kla, was das heißt, gell: morgen gehts los. Alle sind froh und alle sind schwer gespannt. Plötzlich haben wir eine neue Situation. Sowas ist schnell gesagt: morgen geht’s los. Aber. Das muss jetzt erstmal in jeder Birne ankommen. Da gibt es bei den Wenigsten ein adäquates Gefühl für. Ich freu mich jedenfalls. Glaub ich.

Gestern sind wir, dass heißt zwei meiner hiesigen Kolleginnen und Kollegen, mit einem von uns gemieteten Kraftfahrzeug über die Insel geheizt. Irgend einen Surferstrand, alles nix wildes wenn man kein Surfer ist, es sei denn man ist beeindruckt der Anzahl der bunten Segel und Kites, und dann ab in die Berge. Teide-Nationalpark. Das war dann allerdings sehr beeindruckend. Man ist ganz schön weit oben.

da isser

Lustiges am Rande sind wie so oft die unfreiwillig komischen Hinweisschilder. Ich frag mich immer, warum man nicht kurz mal einen Menschen Kontakten kann der die jeweilige Landessprache spricht. Naja, letzten Endes weiß man was gemeint ist und freut sich, dass es einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Obacht!

Gut, soweit sind wir also. Wohl die längste Zeit auf Teneriffa gewesen. Morgen auf zu neuen Ufern. Erstmal Richtung Süden und dann rechts ab, immer nach Westen. Ich werde berichten. Ich hab da n kleines Bild, was ein wenig ausdrückt, wie ich mich fühle:

…über den Wolken…

Ich bereite mich jetzt mal n bissl für das Zukünftige vor und freu mich sehr drauf, von der Fahrt berichten zu können. Dauert jetzt erstmal. Vorher steht ein erneuter Coronatest an. Aber dann. Einmal werden wir noch wach….

Bleibt bitte gesund und bitte bleibt, wie ich…

… dem Positiven zugewandt.

Warten auf…

Posted in Alltägliches on 30 Januar, 2021 by Gunnar

…Rettungsinseln

Tja, nu sitzen wir hier fest. Seit Tagen wollten wir weg sein. Alles ist vorbereitet. Im Laderaum ist alles fest. Wir arbeiten ins blaue. Keine größeren Projekte mehr, bitte. Zu tun gibst immer was.

Was ist los? Leicht zu beantworten. Die Rettungsinseln kommen einfach nicht. Wir dürfen deshalb nicht los. Irgendwo stecken sie fest. Das nervt alle. Trotzdem ist die Stimmung sehr gut. Blöd ist nur, dass uns diese Rumgammelei in der Karibik fehlt. Auch wenn es hier schön ist, wollten doch alle woanders hin. Egal. Die Zeit wird trotzdem genutzt. Letzten Sonntag ging es wieder Wandern. Ihr wisst, ich wander gern. Was ich allerdings letzen Sonntag gemacht hab, war über allem, was ich jemals abgerissen hab. 13,2 km höchster Anspruch.

Ich kann hier gar nicht beschreiben was dabei abging. Eine krasse Körpererfahrung. Landschaft top! Aussicht, Wetter, alles perfekt. Kleine Dörfer an den Fels genagelt. Hohe Höhen, Abhänge so steil, Gerüche so fremd. Das kommt in meinen nächsten Gin.

Zurück zum Schiff. Ich hab eigene Projekte. Als Bootsbauer bekommt man irgendwie ganz nette Aufgaben. So ein Schiff macht ständig Arbeit. Rostkloppen und drüber lackieren ist primäre Beschäftigung. Ich kann dann trotz allem sowas machen:

Einen geschrotteten Block zu 2/3 neu aufbauen. Das war weniger eine Restauration, eher eine Rekonstruktion. Hier wird fast nix weg geschmissen. Das meiste wird aufgearbeitet. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort.

Gold aus Schrott. Mein Ding. Das macht mir Spaß. Es geht ewig so weiter. Manchmal auch mit profanem.

In Portugal sagt man: Lusco fusco. Sowas dauert hier nur 5 Minuten. Trotzdem sehr krass.

Das war es mal wieder in Kürze. Haltet uns die Daumen das die F…ing Rettungsinseln bald kommen. Wir wollen los….

Macht euch ne schöne Zeit! Nutzt meinen Blog als Anregungen! Bleibt positiv und…

…kämpft für euch!!!

Das Abenteuer…

Posted in Allgemein on 13 Januar, 2021 by Gunnar

…beginnt

Es geht endlich los! Ein halbes Jahr Frachtsegeln auf einem 100 Jahre alten Schooner. Die Route führt uns über den Atlantik nach Marie-Galante, wo Rum geladen wird. Ganz klassisch halt. Danach wird die Reise weiter nach Honduras, Belize und Mexiko gehen, um dort Kakao und Kaffee zu laden. Alles Bio, is kla, ne. Auf der Rückreise machen wir noch auf den Azoren fest. Ich bin voll gespannt. Was ne aufregende Zeit.

Die Avontuur

Das Schiff startet am 18. Januar, glaube ich. Kann sein, dass ich da was verwechsel. man wird sehen. Ich bin jedenfalls schon früher angereist. Letzten Freitag, das war der 8. Januar. Ich wollte mich schon mal ein wenig mit der neuen Situation vertraut machen. So direkt Vollgas muss ich nicht haben. Richtige Entscheidung. Über den ganzen Stress mit dem ausgefallenen Flug, dem hektischen Doppelritt nach Kiel, um da einen Coronatest zu machen, um dann das Ergebnis abends noch abholen zu müssen, weil man das bei der Einreise braucht, erzähle ich besser nix. Das hat auch kein Mensch gebraucht. Flug? Einreise? Ja genau!

Das Schiff liegt derzeit in Santa Cruz de Tenerife. Da kann man schlecht zu Fuß hin. Hier angekommen, erstma Klamotten aus. Schön 20Grad, hier überwintert also der Sommer. Bus gesucht, Stunde Fahrt, dann Regen. Man hat das geschifft. Zu Fuß zum Schiff, halbe Stunde. Rucksack nicht dicht, Mist. Auf dem Schiff hab ich erstmal ne Führung bekommen. Da ich der erste war, es waren schon drei an Bord, konnte ich mir eine Koje aussuchen. Das ist mein privater Bereich. Leute sind nett. Mal sehen wie es wird, wenn wir vollzählig sind.

Es ist noch ne Menge zu tun. Morgens geht’s direkt los, um acht. Sachen stauen, Proviant stauen, Rost kloppen, Farbe drauf, … . Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass sich unter uns ein Bootsbauer befindet. Deshalb werde ich, zum Glück, zu bootsbauerischen Tätigkeiten, mit Holzarbeiten eingeteilt. Seit vorgestern ist der Koch an Bord. Ein sehr entspannter und netter Portugiese. Der Typ ist der krasse Hammer!

Sonntags hat man frei. Chef vom Projekt ist auch da und ein paar Leute, unter anderem auch ich, sind mit Chefs Mietwagen über/um die Insel geheizt. Plan war es, den höchsten Berg Spaniens zu erklimmen, den Teide. Daraus wurde dann leider nichts weil, dort so viel Schnee gefallen ist, wie seit 75(?) Jahren nicht. Das mussten sich die Einheimischen auch mal anschauen, was zu langen Staus und anderen Problemen geführt hat. Schade. Ich hab ein Bild von ein paar Kilometern Entfernung gemacht.

Täglich trudeln neue Leute ein. Ich bin gespannt, wie das alles nachher zusammenfindet. Es gibt jedenfalls gerade ausreichend Reize, sei es an Informationen, Landschaft, Schiff, Gerüche, und was weiß ich nicht noch alles, die verarbeitet werden wollen. Da hat der Körper und die Birne ordentlich was zu tun. Das merke ich auch. Bin halt keine 20 mehr. Ist jedenfalls ein gutes Gefühl.

Sieht jedenfalls schwer danach aus das ich das richtige gemacht habe. Ganz bestimmt.

So ihr Lieben, ich bin durch und muss mal ein wenig schlafen. Davon scheine ich in den letzten Tagen nicht ausreichend bekommen zu haben. Bleibt mir bitte gesund und seid gewiss, …

…der Sommer kommt!

Was sagt…

Posted in Alltägliches on 7 Januar, 2021 by Gunnar

…mein Tee dazu?

Von kompetenter Stelle bekam ich heute morgen den Hinweis, Bezug nehmend auf das Thema des Artikels vor diesem, wie die zielführenden Verhaltensweisen sind:

Dann ist die Welt doch wieder in Ordnung und die Planeten befinden sich wieder in ihren angestammten Bahnen. So einfach kann das sein. Hat das Allgemeingültigkeit? Bestimmt. Also: Merkt…

…euch das!

Was…

Posted in Besonderes on 6 Januar, 2021 by Gunnar

…bedeutet das?

Ich muss euch was erzählen. Gestern ist es sehr spät geworden. Oder eher früh? Ich hatte wohl noch nachzudenken. Ich musste es aufschreiben, aus Angst diese Gedanken zu verlieren. Weil wenn man sie schon „strukturieren“ und benennen kann…

03:00Uhr

Was bedeutet das, das zu verlassen wo man ist? Ist der kurze Schritt nach vorn schon die Zukunft, schon als Zukunft anzusehen? Oder doch noch immer das Hier & Jetzt? Wann verlässt man das (hier)Sein und begibt sich nach außen? Für einen selbst bleibt es wohl, nur das Außen ändern sich.

Es ist nur ein halbes Jahr. Das sind nur ein paar Wochen. Denkt man. Ja ja, ich hab’s gemerkt. Es ist mehr. Es ist Distanz. Ne Menge Distanz. Ich bin es nicht gewohnt soviel Distanz zu überwinden. Ich dachte immer, ich wäre der zurückgebliebene (ha ha, ja, sehr witzig. Wenn ihr aufgehört habt zu kichern, macht euch bewusst, dass dieses Wort tatsächlich besser ist, als „dagebliebene“ oder „zurückgelassen“). Doch nein. Ich wage.

Um mich herum ein „Yeah, …“ , ein „Toll, …“ , ein „Klasse, …“ , „…würde ich auch gern…“. Oha. Na dann los! Dabei nicht auf mich schauen!

Ich sitze dann da, in stiller Nacht, schaue auf die gepackten Koffer und hoffe nicht hier bleiben zu müssen. Ich hoffe, dass mir die pandemische Lage, mit der ich bis jetzt ziemlich gut klar kam, keinen Strich durch die Rechnung macht. Wie immer der Strich aussieht, ich will ihn nicht. Die Gedanken kreisen um diesen Punkt. Das nervt! Ich denke und ich kann mich nicht vom Heute trennen. Und wenn ich mich dann doch ins Bett lege und das Licht ist aus, ist in der Birne die Lampe noch an und das Leben will weiter. Ich zwinge mich dann ein Morgen in Erwägung zu ziehen und mich loszulassen, in die Leere, ins Still, ins Schwarz. Morgen ist es sicher wieder bunt. Immer das hier…. Und ewig das Jetzt

Gute Nacht!

Guten Morgen!

Draußen schneit es. Der Norden möchte nochmal alles geben, um mir einen möglichst großen Kontrast zu schaffen. Find ich super.

Ich muss auch zugeben, dass das kleine Gunnarseelchen nun wohl doch etwas unruhig wird, ob der Dinge die da kommen und der Dinge, die noch erledigt werden wollen. Ich merke das oft sehr spät. Tja, jetzt merk ich’s – halt sehr spät. Der Schneefall holt mich allerdings wieder in die Mitte.

Ich weiß, dass das gerade echt ein wenig dick aufgetragen ist. Es wird Leser geben, die sich fremdschämend, von der Schwulst abwenden wollen. Verstehe ich gut. Ich könnte aber auch noch viel schwülstiger. Immerhin hab ich ja noch nix von der und denen und dem berichtet, die und das ich hier lasse. Nix von meiner kleinen Sozialphobie: ob die anderen Kinder dort wohl nett sind? Aber ich verspreche Besserung und werde euch damit nicht jetzt behelligen.

Diese Jungs und diese Art zu leben ist natürlich auch gemeint. Auch das wird fehlen. Wir wollten eine Abschiedsparty. Läuft das noch? Ich bin da grad sehr skeptisch. Schade. Wir werden sehen.

Jetzt gibt es natürlich noch ne Menge zu denken, sagt das Hirn. Und bevor ich hier falsch verstanden werde und zweifelnd wirke: Bock hab ich trotzdem. Turbo!

Das reicht jetzt aber auch. Zu sagen gibts grad nur noch eines: Vielen Dank und bitte…

…bleibt gesund!

Liebe Leserinnen…

Posted in Alltägliches on 2 Januar, 2021 by Gunnar

…Lieber Leser!

Ich wünsche euch ein tolles und grandioses neues Jahr 2021! Habt Spaß und sorgt gut für euch. Lasst euch nicht von Zeitverschwendern und Neinsagern das Hier und Jetzt vermiesen. Stürzt euch Kopfüber in das Leben und bastelt mit voller positiver Energie an euren Träumen und Projekten. Lasst euch nicht von stumpfer Berieselung bunter, bewegter Bilder und langweiligem, ewig Gleichem davon abhalten.

So sieht’s bei mir übrigens gerade aus. Ich bin am packen und versuche dabei so effizient zu sein, wie es geht. Jeder Millimeter soll ausgenutzt sein. Hab ich alles? Was fehlt? Werde ich warm genug angezogen sein? Wieviel Zahnbürsten brauche ich, weil vielleicht komme ich durch die pandemische Lage nicht von Bord. Und dann? Was dann?…. usw, usw, usw…..

Wer weiß? Ich denke es wird sich alles irgendwie finden und ich brauche mir nicht um jede Eventualität einen Kopp machen. Mehr als das, was ich gerade mache und das was ich schon vorbereitet habe, wird nicht gebraucht. Irgendwas wird sowieso vergessen, oder nicht bedacht sein. Was soll’s? Ich werde schon klarkommen.

Am Sonntag, den 10.01.2021 morgens kurz nach neun, geht’s ab Hamburgo-de-Janero, vom Helmut Schmidt-Flugplatz los. Hoffe das ganze Corona-Test-Prozedere was ich vorher (ich muss dafür Donnerstag und Freitag, oder am Samstag morgen noch nach Kiel) über mich ergehen lassen muss, ist erfolgreich, also negativ. Könnte mir voll auf‘n Sack gehen, sowas. Turbo! In freudiger Erwartung der Reise, kann ich das aber mit positiven Gedanken und Gefühlen überlagern. Resilience- und Konfliktlösungsstrategien! Yeah! Hat die Ergotherapeutenausbildung doch was gebracht. Ich freu mich.

Freut euch bitte auch. Nutzt eure Energien und beginnt noch heute mit einem neuen Schritt in Richtung Glückseeligkeit. Holt euch ein Eis. Oder macht zehn Liegestütze…

…oder beides!

Guten…

Posted in Allgemein on 14 Dezember, 2020 by Gunnar

…Morgen

Um es mal mit Stoppok zu sagen: „….so viel Glück am Montag morgen, da mach ich mir Sorgen!“ Mal im Ernst, bevor man gar nix mehr erkennen kann, zeig ich es noch schnell.

Einschließlich heute sind es noch, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass nix dazwischen kommt, 9 Tage zu arbeiten. Das nächste Wochenende mitgerechnet. So steht’s jedenfalls auf meinem Zollstock. Wer viel misst, misst Mist, heißt es so schön. Hier wird’s aber weniger.

Danach werde ich, so ist der feste Plan, meine Freiheit genießen. Soweit man diese auf einem Schiff, wochenlang auf hoher See genießen kann. Ich bin jedenfalls guter Dinge. Ihr freut euch mit mir, das spüre ich ganz klar.

Ich wünsche euch einen tollen Wochenstart! Kommt gut durch und lasst euch nicht Stressen. Vielleicht ist es auch für euch mal Zeit über das Hier und Jetzt einige Augenblicke nachzudenken. Seid ihr noch richtig, dort wo ihr seid? Es lohnt sich immer das mal zu hinterfragen. Viel…

…Spaß dabei!

Ich versuche es…

Posted in Allgemein on 2 Dezember, 2020 by Gunnar

…nochmal

Ich möchte, obwohl ich derzeit ganz schlecht genügend Energie und Bock aufbringen kann, mich hier doch nochmal in/mit/bei diesem/n Blog einarbeiten. Schwer für mich auch deshalb, weil beim Gedanken mich überhaupt noch, oder nochmal öffentlich in dieser Form darzustellen, einhergehend mit dem Befassen dieser Art einer Medien-Präsenz im allgemeinen, unwohl ist. Zuerst, so war mir, mein Unvermögen, mich mit der neuen Gegebenheit des nicht öffentlichen Bereichs in dem man diese Texte schreibt, des Stils, wie auch des Designs, welches für mich eine wichtige Rolle spielt, da es die Einfachheit des Schreibens durch (ich weiß das der Ausdruck falsch ist, doch ist er nicht besser dafür geeignet) die Haptik des Bereiches hinter dieser Bühne, plötzlich sehr erschwerte, unbeschwert hier alles „Frei von der Leber“ zu schreiben, unmöglich dem Ganzen nochmal die Gelegenheit zu geben, Freundschaft mit mir zu schließen. Dann die Sprachlosigkeit, begründet durch Wut über vieles, was mit dieser Art der Technik, und der Selbstdarstellung, natürlich immer die der anderen, andererseits, Gesprächen mit echten Menschen, und ein gerüttet Maß an umfangreichen und stichhaltigen Gründen mehr, das, welches dümmlich „medial“ als Bezeichnung dem Übel als Namen dient. Ich bin dann mal nicht so. Mit Zuhilfenahme einer Mobiltelefon-App, soll der erneute Versuch gestartet werden. Vielleicht wird’s ja was. Bis jetzt sieht’s ganz vielversprechend aus. Schriftlich läufts wohl. Ich versuch mal n‘ Bild:

Aha, scheint geklappt zu haben. Nächstes Problem: hier finde ich keine Funktion für Blocksatz. Kommt ihr damit klar? Oder sieht’s komisch aus? Schreibt es bitte in die Kommentare. Danke.

Ich würde mich ja schon freuen, könnte ich hier meinen Reisebericht schreiben. Alles auf ein WhatsApp-ähnliches Pferd namens „Threema“ zu setzen und vieles für Interessierte oder für spätere Zeit verschütt gehen zu lassen, ist dann doch etwas traurig. Außerdem hatten wir hier doch so viel Spaß. Ich geb nicht auf.

Hab ich schon von Dresden erzählt?

Soll ja bald losgehen. Derzeit steht es so, dass das Schiff für mich auf eine der kanarischen Inseln startet. Das ist jetzt nicht ganz das was ich gewollt habe, denn ich wollte, aus Gründen, um umweltschonend durch die Welt zu kommen, auf Fluggerät verzichten. Darum ging es ja. Tja, da hat, nicht nur mir, die derzeitige pandemische Lage einen Strich durch die Planung gemacht. Mist. Zu dem finde ich es nich so dolle, das dadurch der Startpunkt des Segelabenteuers, eine schon beträchtliche Nähe zum Scheitelpunkt der Unternehmung aufweist. Is schon klar, dass wir hier nicht von ein paar Kilometer, oder besser Seemeilen sprechen, mal abgesehen zur Gesamtlänge der absolvierenden Strecke. Ist es heulen auf hohem Niveau? Das darf jeder leise und nur für sich selbst kommentieren. Für mich sind es Gedanken, die auch von mir durchaus geäußert werden dürfen. Was am Ende wie bewertet werden muss, sehen wir, wenn ich wieder da bin. Ich freu mich trotzdem..

Was ist noch alles passiert?

Gute Frage!

Irre viel: Besuch war da. Viel Besuch. Toller Besuch! Neuwied, Hildesheim, Timmendorfer Strand/HH, Hambach, Simmern, … Wahnsinn. So viel Besuch hatte ich noch nie. Wo ward ihr? Kommt ihr noch (mal)? Es war super. Es ist super! Viel gemacht, viel gefeiert, viel erzählt, viel gefreut, viel gelacht, viel gezeigt, viel gesehen, viel gelebt. Toller Sommer. Ich könnt noch so viel erzählen! Mach ich aber nicht. Nach vorn wendet sich der Blick. Die Welt steht offen. Job ist gekündigt und Tage gezählt. Reisenotwendiges besorgt und der Körper geimpft. Die Seele will und der Geist auch. Autowaagen muss noch abgemeldet werden, Mückenschutz ist besorgt. Besorgte werden beruhigt, Versicherungen sind in nötiger Anzahl und Höhe schon abgeschlossen. Abgeschlossen sind auch …. …. was soll all das Sicherheitsmaßnahmenvorbeteitungsgehabe? Soll nicht auch gelebt werden? Okay, also, oberster Punkt auf der Liste: leben, hierundjetzt. Ab: jetzt!

Klaro!

Was noch? Nun, ich freu mich. Ich mach einfach mal so weiter hier. Hab den halben Text im Snoezel-Raum geschrieben. Ich weiß, das es als moralisch verwerflich angesehen werden kann, da es Arbeitszeit war. Aber mal im Ernst. Schwerer Kampf dort gegen das einpennen. Recherchiert mal selber, dann wisst ihr was ich meine.

Super Abend! Super Bild!

Ich wünsche euch jetzt schon ein schönes Wochenende, auch wenn ihr, so wie ich, noch zwei Tage ran sollt. Ihr wisst ja, es gibt einen Satz, den man in jeder Lebenslage sagen kann: „Auch das geht vorbei“ macht euch eine schöne Zeit und…

…tut euch was gutes!